10.000 €
ab 10.07.2027
darf ein Geschäft höchstens noch in bar bezahlt werden, sobald eine Seite gewerblich handelt.
Deutschland ist eines der letzten Länder in Europa ohne allgemeine Grenze für Barzahlungen. Das endet am 10. Juli 2027. Ab diesem Tag gilt die europäische Geldwäscheverordnung, und die zieht eine feste Linie: Wer mit Gütern handelt oder Leistungen erbringt, darf höchstens 10.000 Euro in bar annehmen oder zahlen.
Anders als bei vielen Themen, über die wir hier schreiben, ist das keine Absichtserklärung und kein Entwurf. Die Verordnung ist verabschiedet und gilt unmittelbar, ohne deutsches Umsetzungsgesetz.
Was sich ändert
bis heute
In Deutschland gibt es keine allgemeine Obergrenze. Nur beim Immobilienkauf ist Bargeld seit dem 1. April 2023 verboten.
bis 09.07.2027
Übergangszeit. Wer heute bar kassiert, sollte die Zahlungswege im Betrieb bis dahin umstellen.
noch 0 Tage
ab 10.07.2027
10.000 Euro sind das Maximum je Geschäft, EU-weit und einheitlich.
Betrifft mich das?
Handelt bei dem Geschäft mindestens eine Seite beruflich oder gewerblich?
↓
Ja: Über 10.000 Euro geht nur noch unbar. Egal ob Sie zahlen oder kassieren.
Nein: Zwei Privatleute unter sich. Die Grenze gilt nicht.
Wichtig: Es zählt die Rolle, nicht der Ort. Der Händler auf dem Flohmarkt handelt gewerblich, der Nachbar am Gartenzaun nicht.
Erlaubt und nicht mehr erlaubt
Bleibt erlaubt
- Jede Barzahlung bis einschließlich 10.000 Euro
- Privatverkauf zwischen Privatleuten, in jeder Höhe
- Ein- und Auszahlungen bei Bank und Zahlungsdienstleister
- Bargeld besitzen, abheben, zu Hause aufbewahren
- Löhne und Gehälter in bar, solange die Grenze je Zahlung hält
Geht ab Juli 2027 nicht mehr
- Gebrauchtwagen für 18.000 Euro bar beim Autohaus
- Handwerkerrechnung über 12.000 Euro in bar
- Hochzeitsfeier für 14.000 Euro bar im Restaurant
- Eine Summe in mehrere Barzahlungen zerlegen
- Anzahlung bar, Rest bar, wenn zusammen mehr als 10.000 Euro
Der wichtigste Satz der Vorschrift. Die Grenze gilt für einen Vorgang und für mehrere Vorgänge, die offenbar zusammenhängen. Stückeln hilft also nicht. Wer eine Rechnung über 14.000 Euro in zwei Hälften teilt, hat die Grenze überschritten, nicht umgangen.
Wen es im Alltag trifft
Handel und Kfz
1- Fahrzeuge, Möbel, Technik: über 10.000 Euro nur noch per Überweisung oder Karte
- Gilt auch für den Ankauf, wenn der Betrieb bar auszahlt
Handwerk und Bau
2- Abschlagszahlungen zählen zusammen, nicht einzeln
- Zahlungsweg am besten schon ins Angebot schreiben
Gastronomie und Feiern
3- Große Familienfeiern erreichen die Grenze schneller als gedacht
- Kartenzahlung oder Rechnung vorab klären, nicht am Abend der Feier
Schmuck und Edelmetall
4- Hier kommt zusätzlich die Identifizierung des Kunden ins Spiel
- Diese Händler bleiben nach der Verordnung Verpflichtete
Die zweite Zahl, die kaum jemand kennt
Neben der Obergrenze steht eine kleinere Schwelle in der Verordnung. Wer zu den Verpflichteten nach dem Geldwäscherecht gehört, muss den Kunden künftig schon ab 3.000 Euro in bar identifizieren, nicht erst bei 10.000 Euro wie bisher im deutschen Recht.
Die gute Nachricht für den normalen Handel: Der Kreis der Verpflichteten wird enger. Güterhändler fallen grundsätzlich heraus. Verpflichtet bleiben vor allem Händler mit Edelmetallen und Edelsteinen, mit hochwertigen Gütern sowie der Handel mit Kulturgütern ab 10.000 Euro.
Und die Strafe? Die Verordnung verlangt von den Mitgliedstaaten wirksame Sanktionen, legt die Höhe aber nicht selbst fest. Wie teuer ein Verstoß in Deutschland wird, ergibt sich erst aus der Anpassung des Geldwäschegesetzes. Die steht noch aus.
Vier Hansetax-Tipps
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01
Eine Hausregel festlegen
Schreiben Sie auf, ab welchem Betrag in Ihrem Betrieb nur noch unbar kassiert wird. Eine Zeile genügt, aber alle im Team müssen sie kennen.
Aufwand: zehn Minuten, einmalig.
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02
Zahlungsweg ins Angebot schreiben
Am billigsten ist das Gespräch, das vorher stattfindet. Steht der Zahlungsweg schon im Angebot, gibt es bei der Übergabe keine Diskussion.
Praktisch: ein Satz in der Vorlage.
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03
Kartenzahlung anbieten, bevor es klemmt
Wer heute nur Bargeld nimmt, braucht bis Juli 2027 einen zweiten Weg. Ein Terminal oder eine Rechnung mit kurzer Frist reicht völlig.
Wann es wehtut: wenn der Kunde vor Ihnen steht und zahlen will.
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04
Bareinnahmen sauber führen
Eine ordentliche Kasse war schon immer Pflicht. Ab 2027 ist sie zusätzlich der Nachweis, dass Sie die Grenze eingehalten haben.
Aufwand: täglich wenige Minuten.
Ihre Checkliste bis Juli 2027
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Bargeldgrenze 2027
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Alles erledigt. Ihr Betrieb ist auf den 10. Juli 2027 vorbereitet.
Unsere Einordnung
Für die allermeisten Betriebe ist das keine dramatische Änderung, sondern eine organisatorische. Die Grenze liegt hoch genug, dass der Alltag nicht berührt wird. Sie trifft die wenigen großen Geschäfte, und genau dort fällt ein Fehler auf.
Wer jetzt eine Regel festlegt und sie in Angebot und Rechnung sichtbar macht, hat das Thema vom Tisch, lange bevor es akut wird. Der zweite Teil ist ohnehin Dauerbrenner: eine Kasse, die jeden Tag stimmt. Das ist unser Geschäft. Wir übernehmen die Finanzbuchhaltung und bringen mit der Belegorganisation Ordnung in Kassenbelege und Zahlungswege.
Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1624 vom 31. Mai 2024, Artikel 80 zur Obergrenze für Barzahlungen
- IHK Hochrhein-Bodensee, EU-Geldwäschepaket und Geltung ab dem 10. Juli 2027
- § 16a GwG, Verbot der Barzahlung beim Erwerb von Immobilien
- § 10 GwG, allgemeine Sorgfaltspflichten und heutige Schwellenwerte
Bareinnahmen im Griff, vor und nach 2027
Wir richten Ihre Kassen- und Belegorganisation so ein, dass Zahlungswege nachvollziehbar sind und jede Einnahme dort steht, wo sie hingehört.
Beratungsgespräch anfragenHäufige Fragen
Ab wann gilt die Bargeldobergrenze von 10.000 Euro?
Ab dem 10. Juli 2027. Die Verordnung (EU) 2024/1624 gilt ab diesem Tag unmittelbar in allen Mitgliedstaaten, ein deutsches Umsetzungsgesetz ist dafür nicht nötig.
Darf ich mein Auto 2027 noch bar bezahlen?
Beim Händler nur bis 10.000 Euro, denn der Händler handelt geschäftlich. Kaufen Sie privat von privat, gilt die Grenze nicht, dort bleiben Barzahlungen in beliebiger Höhe zulässig.
Gilt die Grenze auch für Privatpersonen untereinander?
Nein. Artikel 80 Absatz 4 nimmt Zahlungen zwischen natürlichen Personen ausdrücklich aus, die nicht beruflich handeln. Wer privat eine Uhr oder ein Motorrad verkauft, darf weiter bar kassieren.
Kann ich die Summe einfach in mehreren Raten bar zahlen?
Nein. Die Grenze gilt für einen Vorgang und ebenso für mehrere Vorgänge, die offensichtlich zusammenhängen. Eine Rechnung über 14.000 Euro in zwei Barzahlungen zu je 7.000 Euro zu zerlegen, ist genau der Fall, den die Vorschrift erfassen will.
Darf ich weiterhin große Beträge bei meiner Bank einzahlen?
Ja. Ein- und Auszahlungen bei Kreditinstituten, E-Geld-Instituten und Zahlungsdienstleistern sind von der Obergrenze ausgenommen. Die Bank fragt allerdings nach der Herkunft des Geldes, das ist Teil ihrer eigenen Pflichten und ändert sich nicht.
Wird Bargeld damit abgeschafft?
Nein. Besitz, Abheben, Sparen und Bezahlen im Alltag bleiben unberührt. Geregelt wird allein, bis zu welchem Betrag ein Geschäft in bar abgewickelt werden darf.
- Bargeld
- Geldwäsche
- Kassenführung
- AMLR
- Barzahlung
Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen wieder und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Recherche kann sich die Rechtslage geändert haben.

